Ich hab einen Freund - WHAT THE FUCK?!

 

Okay, ehm. Wegen Ermangelung eines Tagebuchs und da ich online kaum einen Ort habe, wo ich offen reden kann, ohne zu befürchten, dass die falschen Personen es lesen, werde ich nun hier, in der Notizrubrik meines Smartphones, meine Gedanken auskotzen; in der Hoffnung, dass sie mich dann nicht mehr jagen und vom Schlafen abhalten, in der Hoffnung, dass sie sich etwas ordnen und mir klarer erscheinen, in der Hoffnung, dass sie Sinn ergeben, nicht nur heute, nicht nur für mich, sondern für jeden, für immer, vielleicht. Also versuche ich nun mich hier auszukotzen, zu ordnen, zu klären, irgendwas halt. Es mir zu erleichtern im Endeffekt. Es handelt sich nämlich um folgendes: ich habe einen Freund. Ja, ich, Dauersingle, einsamer Wolf und glücklich damit - dachte ich zumindest, war wohl so (war? wäre es vielleicht noch), nun ja, jedenfalls, ich habe jetzt einen Freund... Bin vergeben, in festen Händen (doch wie fest sind sie denn?), wie konnte es dazu kommen? Damit ihr mich nicht falsch versteht - ihr? wer ist denn bitte ihr? ich schreibe an ein elektronisches Gerät, in dem Glauben, dass dies hier niemals wer zu Gesicht bekommt, wer ist dann ihr? Vielleicht sind es meine inneren Dämonen oder sowas Abgedroschenes, keine Ahnung... - jedenfalls, bitte nicht falsch verstehen!, ich bin nicht entsetzt oder enttäuscht oder schockiert darüber - wobei schockiert vielleicht schon, aber nicht auf eine typische negative Art und Weise - ich sehe es aber jedenfalls als nichts Schlechtes an, also das denke ich zumindest. Im Endeffekt weiß ich es eigentlich nicht, momentan weiß ich nichts. Bin unsicher und verwirrt und fühle mich so unendlich dumm und naiv und unerfahren, ja vor allem das, sehr unerfahren und weiß selbst nicht so ganz wo ich stehe oder stehen sollte, dachte immer ich wisse genau was ich wollte, tja, falsch gedacht, nichts weiß ich, bin eher wie Toastbrot, toastdoof, wasauchimmer... Ja aber so, jetzt bin ich also ab heute, oder genauer, da ja nun schon eine Stunde siebenundzwanzig nach Mitternacht, seit gestern, genauer gesagt gestern Abend, oder sogar Nacht, keine Ahnung, irgendwie auch gar nicht relevant, seit dem bin ich jedenfalls kein Single mehr und nun liegt er dort und schnarcht glücklich vor sich hin und ich sitze hier und schreibe das, weil ich nicht schlafen kann. Irgendwie vielleicht ein unheilverkündender Start, ich weiß es nicht. Aber hier sitze ich nun und vertraue mich einem elektronischen Gerät-Ding an und weiß nicht so ganz wie ich das finden soll. Das hier und das alles, das Ganze, diese Beziehung, diese Situation, mein Leben, bin wirklich sehr unerschlossen und unsicher. So habe ich etliche Zeichen und Worte und Platz und Energie mit sinnlosen Gelaber gefüllt und verbraucht und vielleicht verschwendet aber vielleicht auch nicht und komme nun zu einem Punkt, einem von tausenden, die alle folgen, oder zumindest folgen sollten, oder so.

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Oder ich lasse es, belasse es dabei, denn was bringt die ganze Rumrederei denn, wenn eh keiner da ist, der hin hört; der sich interessiert, der seinen unqualifizierten Senf dazu gibt, damit ich verunsichert und manipuliert bin und was weiß ich denn schon und was wissen andere denn schon, am Ende weiß doch eh keiner was oder zumindest nicht die Antwort auf alles, wohl kaum die Antwort auf alle meine Fragen und was nützt mir das Geschwätz dann überhaupt. Also lege ich mich nun hin, lege mich neben meinen Freund, der es seit wenigen Stunden ist und schon (oder vielleicht noch? das wäre vermutlich jedenfalls eventuell besser, oder so.) habe ich Zweifel und Angst und Unsicherheiten oder ist das etwa normal? Überfordert bin ich, was kenne ich denn schon vom Leben? Dauersingle, dauerdoof, Dauertoast, toastdoof. Oder so. Ich bin raus, gute Nacht.