Mein Magen redet mit mir. Er schreit mich an. Schreit nach Essen. Doch ich ignoriere ihn. Mache mich über ihn lustig. Als wenn mein Magen etwas zu sagen hätte. Und wenn er so nach Essen schreit, dann warte ich extra noch. Nur um ihn zu ärgern. Er kann sich ruhig dran gewöhnen, dass er ab nun nichts mehr zu melden hat.

Er ist mir egal. Es ist mir auch egal, ob das hier schädlich für mich ist. Ich will dünn sein. Das ist mein einziges Ziel. Endlich dünn zu sein.

Ich habe mir überlegt, dass es besser ist, kurz zu leben, aber dafür dünn zu sein, als dick zu sein und das auch noch lange ertragen zu müssen. Das heißt ich würde für eine schöne Figur sterben.

Ich mag mein Leben generell nicht. Was will ich auch damit? Dick sein, ekelig dick und schwabbelig. Bah! Wer will denn bitte so was? Ich nicht! Sicherlich nicht! Ich will dünn sein. Will leicht wie ein Schmetterling sein.

Das will auch eine Stimme in meinem Kopf. Sie sagt, dass es das Wichtigste ist, dünn zu sein. Sie ist sehr aggressiv. Und sie ist oft gemein zu mir. Sie hat ja auch Recht. Sie sagt so Sachen wie: „Du bist zu dick! Du hast es nicht verdient zu essen!“ Und es stimmt.

Eine andere, ganz leise Stimme sagt, dass das Krank sei. Dass ich essen müsse. Dass ich essen muss, um zu leben. Aber wenn ich lieber sterbe, als das hier weiter zu ertragen? Was dann?