Ein Text über's Aufgeben

 

Lustigerweise; oder besser ironischerweise; obwohl ich schon verdammt oft auf die Schnautze gefallen bin, mit meinen Versuchen die Welt zu verbessern – oder zumindest mich und mein Leben – denke ich trotzdem nicht, dass es falsch war.
Ich habe gemerkt, dass es dumm ist, seine Probleme nur für sich zu behalten, vor allem, wenn andere danach fragen. Und habe es geändert. In dem Glauben, dass die, die fragen, mir dann auch helfen würden. Falsch gedacht!; denn sie fragten alle nur der Höflichkeit wegen oder für den Schein, sie seien gute Freunde oder warum auch immer - jedenfalls hat sie die Wahrheit nicht interessiert. Sie haben einfach nicht zugehört, als ich mich endlich überwunden habe, mit meinen Problemen rauszurücken. Und nicht nur das, sie haben mich ab da regelrecht ignoriert. Ich bin zu dem Mädchen mit Problemen geworden, das ist ungemütlich; lass lieber verschwinden. Genau so war es.
Ich habe also meine Angst überwunden, mich geändert – und bin voll auf die Fresse geflogen. Und trotzdem; - irgendwie denke ich nicht, dass ich falsch gehandelt habe. Einfach zu sagen „das waren die anderen, die falsch gehandelt haben“ finde ich zu leichtfertig und unüberlegt, aber ich denke, dass sie sich hätten anders verhalten sollen. Denn wenn einen etwas nicht interessiert, dann soll man nicht nachfragen und erst recht nicht nachharken. Man soll es einfach in Ruhe lassen, so leicht ist das. Oder etwa nicht?
Jedenfalls, was ich damit sagen möchte: Ich gebe nicht auf. Klar, war scheiße diese Sache und klar, gab noch viel mehr solcher Sachen, aber trotzdem; ich gebe nicht auf. Denn ich habe den naiven Traum durch meine Hartnäckigkeit und meine Träume die Welt halt doch irgendwann, irgendwie, irgendwo, irgendwasauchimmer zu verändern und zu verbessern. Sie zu einem Ort mit einem Fünkchen, einem Hauch mehr Toleranz, Liebe und Mitgefühl zu machen. Und dann sagen zu können: „Ich habe etwas geleistet.“ - Keine Ahnung. Ob das je funktioniert.